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Grundschule Ehra-Lessien
... die Schule am Bickelstein
 
Beratung in der Schulsozialarbeit

Die fĂŒnf Phasen eines BeratungsgesprĂ€ches

In der tĂ€glichen Beratungsarbeit einer schulsozialpĂ€dagogischen Fachkraft sollten nachfolgende fĂŒnf Phasen eines BeratungsgesprĂ€ches eingehalten werden (vgl. BrĂŒggemann / Ehret-Ivankovic / KlĂŒtmann, 2014):

  1. Beziehung aufbauen
  2. Anliegen konkretisieren
  3. Bearbeitungs- und Lösungsebene finden
  4. Impulse geben
  5. GesprĂ€ch abschließen


1. Phase: Beziehung aufbauen

In dieser Phase des BeratungsgesprÀchs soll zunÀchst einmal eine angenehme ArbeitsatmosphÀre geschaffen werden. Ohne bereits auf inhaltliche Aspekte des Einzelfalls dezidiert einzugehen, soll dabei eine tragfÀhige Beziehung zwischen der beraterischen Fachkraft und der oder dem Ratsuchenden hergestellt werden.

2. Phase: Anliegen konkretisieren

Nachdem der Anlass des Beratungswunsches erfragt wurde, sollten in dieser Phase ebenfalls die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit festgelegt werden. Es sollen alle Aspekte konkret benannt werden, die Anhaltspunkte fĂŒr unterschiedliche Standpunkte, Erwartungen und Voraussetzungen zwischen den Beteiligten des BeratungsgesprĂ€ches geben. MissverstĂ€ndnisse, unberechtigte Erwartungshaltungen und EnttĂ€uschungen sollen so vermieden werden.

Nun gilt es herauszufinden, was genau das Anliegen der Ratsuchenden ist. In dieser Phase geht es darum, der oder dem Ratsuchenden einen Raum zu geben, der eine komplexe und unvoreingenommene Betrachtung des anvisierten Themas/Problems ermöglicht. Durch aktives Zuhören werden Ratsuchende ermuntert, ĂŒber ihre Anliegen zu sprechen. SchulsozialarbeiterInnen werden immer wieder in RĂŒckkopplung mit den Ratsuchenden klĂ€ren und prĂŒfen, ob das, was sie gehört haben, auch dem entspricht, was ihr GegenĂŒber gemeint hat (vgl. das Kommunikationsquadrat nach Schulz von Thun). Möglicherweise wird die Beraterin/der Berater auch auf einen Punkt aufmerksam machen, der von der oder dem Ratsuchenden aus persönlichen GrĂŒnden nur sehr zaghaft, am Rande benannt wird. Letztlich könnte aber eben dieser Punkt entscheidend bei der Themenbestimmung sein.

Ist das Thema/Problem gemeinsam herausgearbeitet und benannt, wird es insoweit Auftrags- und Beratungsinhalt und bildet den roten Faden des GesprÀchs.

3. Phase: Bearbeitungs- und Lösungsebene finden

In dieser Phase wird u.a. durch instruktive und/oder selbstreflexive Methoden die Problemlösekompetenz der Ratsuchenden wiederhergestellt. Dies geschieht durch Kompetenz und Wissensvermittlung auf der einen Seite und/oder Ressourcenaktivierung auf der anderen Seite. Ziel dieser Phase ist es u.a., die Ratsuchende/den Ratsuchenden aus einer möglichen PassivitĂ€t zu holen. Die schulsozialpĂ€dagogische Fachkraft fragt nach eigenen LösungsansĂ€tzen und entwickelt gemeinsam mit dem oder der Ratsuchenden weitere Lösungsstrategien, indem sie verschiedene Blickwinkel einbezieht und erlĂ€utert. Gemeinsam werden Lösungsideen auf Machbarkeit und Umsetzbarkeit geprĂŒft.

4. Phase: Impulse geben

In dieser Phase der Beratung regen Schulsozialarbeiter dazu an, gewohnte Muster und Verhaltensstrukturen des Ratsuchenden zu verlassen. Diese können beispielsweise durchbrochen werden, indem Handlungsweisen umgedeutet, unterlassen, verstÀrkt, ersetzt oder transformiert werden. Ziel dieser Phase ist, den GesprÀchspartner zur VerÀnderung einzuladen. Auch wenn die VerÀnderung minimal ist, kann die Wirkung auffallend sein.

5. Phase: GesprĂ€ch abschließen

In dieser letzten Phase des BeratungsgesprĂ€chs wird das GesprĂ€ch zusammengefasst und die wichtigsten Punkte noch einmal konkret benannt. Gemeinsam mit dem GesprĂ€chsteilnehmer/der GesprĂ€chsteilnehmerin werden die nĂ€chsten Schritte geplant. Falls nötig, wird der oder die Ratsuchende an weitere Anlaufstellen (Ärzte, Therapeuten, SPZ, Jugendamt) verwiesen.

Ziel ist es, dass der oder die Ratsuchende das GesprÀch gestÀrkt verlÀsst.

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